Sie ist da, die Zeit, die jeder Gärtner herbeisehnt.

Wir werden belohnt für unsere Mühe und bei vielen gibt der Garten mehr her, als dass man es sofort verbrauchen könnte.

Aber was sollen wir mit dem Massen an Gemüse und Obst machen?

Ist das nicht viel zu viel Arbeit?

Wie richte ich meine Vorratskammer ein, dass sie mich auch im tiefsten Winter noch ernährt?

Und kann ich überhaupt als Selbstversorger gesund durch den Winter kommen, ohne dass es mir an Nährstoffen fehlt?

Diesen und mehr Fragen werde ich hier heute auf den Grund gehen.

Ich zeige dir, wie ich es mache und meine 4 Köpfige Familie auch im Winter gesund ernähre.

Tritt ein in meine Vorratskammer!

Die Basis – Was du unbedingt beachten solltest

Ich könnte mich und meine Familie auf keinen Fall gesund und glücklich durch die Winterzeit bringen, ohne frisches Gemüse direkt vom Feld zu ernten.

Jeder braucht ungekochte, rohe Vitamine und Enzyme. Des Weiteren wird unser Speiseplan mit frischen Gemüse um ein Vielfaches erweitert.

Ohne frisches Gemüse funktioniert (m)eine Selbstversorgung einfach nicht und ich wäre wieder auf den Supermarkt angewiesen.

Deshalb geht dieser Artikel Hand in Hand mit meinem vorherigen Artikel über frisches Gemüse im Winter.

Falls du ihn noch nicht kennst, kannst du ihn HIER nachlesen.

Arbeitssparender Tipp 1

Ich, für meinen Fall habe draußen mein frisches Gemüse stehen, das erspart mir das Einmieten von Wurzelgemüse.

Viele Mieten ihr Gemüse in Sandkisten ein, das heißt, man stapelt Karotten, Rote Beete, Pastinaken usw. in Sand übereinander ohne das sie sich berühren und hält den Sand leicht feucht.

Hierbei müsste ich zuerst mein gesamtes Gemüse ernten und Sand in meine Vorratskammer schaufeln, sowie geeignete Kisten besitzen.

Ich mache mir das super einfach.

Das einzige was ich mache, ist meine Beete mit einer dicken Isolierschicht zu bedecken, damit starke Fröste nicht bis zum Boden durchdringen können.

Der Boden bleibt trotz Minusgrade locker und ich kann mein Gemüse frisch vom Feld ernten.

Einen Folientunnel mit einer zusätzlichen Vliesschicht ist mein Favorit für Salate und Kräuter.

So kann ich auch Gemüse „lagern“, das nicht lagerfähig ist, wie Salat, Spinat oder Mangold.

Eine sehr dicke Schicht aus Laub, Reisig oder Stroh erfüllt bei Wurzelgemüse und Kartoffeln seinen Zweck.

Natürlich darf das Gemüse nicht zu lange im Beet stehen, sonst wird es auch im Winter verrotten.

Deshalb säe ich mir extra das Wintergemüse im Juli an und ernte die Beete vollständig ab.

Alles was ich ernte und noch nicht sofort verbraucht habe, lagere ich mir in den unterschiedlichsten Formen ein.

Lagern tue ich nur Kürbis, Zwiebeln, Knoblauch und Obst.

Äpfel und Birnen ernte ich sehr früh und stapel sie separat in meinem kühlen Keller.

Die letzten schrumpeligen Äpfel verbrauchen wir meist Ende Februar, während Birnen bei uns nie lange halten und schnell verzehrt sind.

Frisches Obst rund ums Jahr ist eine Herausforderung, an der ich noch arbeite.

Das meiste Obst findet eingefroren und verarbeitet in Smoothies seinen Weg zu uns.

Home Made Fast Food – Essen für die beschäftigte Gesellschaft

Teil 1 Einfrieren

Auch ich habe stressige Tage.

Ich bin eine Mutter von 2 Kindern, bin selbstständig, manage den gesamten Hof und mein Mann kommt öfters spät von seiner Arbeit zurück.

Nein, auch ich möchte nicht jeden Tag selber kochen.

Bei uns geht es nicht, dass ich mal eben eine Pizza bestellen könnte.

Wir wohnen soweit draußen, dass es weit und breit kein Lieferservice gibt.

Das war für mich, ehemaliges Großstadtkind, ein riesen Schock.

Natürlich möchte auch meine Familie auf Pizza, Burger und Pasta nicht verzichten.

Ich musste kreativ sein, wenn ich mir mein Leben ein wenig erleichtern und es der modernen Zeit anpassen wollte.

So entstand mein Home made Fast Food.

Der Supermarkt ist meine größte Inspirationsquelle, neben meiner Ideensammlung auf Pinterest.

Nicht nur bei den Regalen, sondern auch beim Tiefkühlfach kommen mir die besten Ideen.

Pizzateig aus der Tiefkühltruhe ist mein Favorit.

Wenn ich frische Pizza zubereite, bereite ich stets einen Teig von mehreren Kilos zu.

Ich rolle den Pizzateig glatt aus und lege ihn auf Backpapier, welches ich zusammenrolle und ihn in den Tiefkühler schmeiße.

Ja, genau wie der Tiefkühlteig zum Kaufen!

Wenn ich schon weiß, dass ich am Abend Pizza backen möchte, lege ich mir morgens ein paar Pizzateigrollen heraus und lasse sie auftauen.

So brauche ich die Pizza nur noch mit Tomatensauce, die ich natürlich auch immer parat habe, zu bestreichen und mit frischen Gemüse zu dekorieren.

Das klappt auch super mit anderen Teig zum Backen.

Noch schneller geht es mit Burger.

Hier mache ich wieder dasselbe und bereite einfach mehr Burgerpatties zu, die ich einfriere.

Separat versteht sich, sonst gefriert die Masse aneinander.

Generell ist der Schlüssel zum leichten und schnellen Aufstocken der Vorräte, dass du beim alltäglichen Kochen mehr zubereitest und es einfrierst oder einkochst.

Unsere Tiefkühltruhen sind mit vorgeschnittenen Gemüse und Pilze gefüllt, die ich individuell mixe und eine schnelle asiatische Gemüsepfanne zubereiten kann.

Nudeln bereite ich mit meiner Nudelmaschine selber zu und friere auch diese zu Fertiggerichten ein.

In meine Tiefkühltruhe kommt nur rohes, ungewürztes Gemüse und Pilze das lässt den Verwendungszweck offen und ermöglicht mir zu kochen worauf ich Lust und Laune habe.

Dasselbe gilt für Früchte, aber auch Kräuter finden seit neuesten einen Platz in Eiswürfelförmchen in meiner Tiefkühltruhe.

So kann ich bei Bedarf einfach einen Kräuterwürfel in die Pfanne geben.

Durch das Einfrieren bleiben die Aromen erhalten.

Es gibt noch vieles mehr, das du einfrieren könntest.

Jeder Mensch hat seine eigenen Vorlieben und über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten.

Du kannst jegliche Fertiggerichte selber herstellen, wenn die Zutaten dafür in deinem Garten wachsen.

Sei kreativ!

Egal was du machst, es wird auf jeden Fall besser schmecken als das aus dem Supermarkt.

Teil 2 Schnelles Einkochen

Obst, Gemüse und Pilze koche ich natürlich auch in Gläser ein.

Aber bevor ich das tue sammle ich fleißig alte Gläser oder lasse meine Familie, Freunde oder Nachbarn wissen, dass ich welche benötige.

Jedes Jahr kommen mehr und mehr Gläser bei dieser Sammelaktion herum und ich belohne die fleißigen Sammler mit ein paar vollen Gläsern im Gegenzug.

Wichtig zum Heiß-Vakuumieren ist, dass die Gläser einen Metalldeckel haben und keinen Plastikdeckel.

Ich habe es auch schon geschafft etwas in Plastikdeckel in ein Fast-Vakuum zu setzen, aber nach ein paar Monaten gelangen doch Bakterien, Schimmel und alles was ich nicht essen mag hinein.

Gläser mit Plastikdeckel eignen sich aber trotzdem für fermentierte Speisen, dazu jedoch später mehr.

Wie setze ich jetzt meine Gläser unter ein Vakuum?

Es gibt da so einige Methoden:

Das berühmte Einwecken mit Bügel und Gummiring oder das Einkochen im Herd sind mit Abstand die sichersten Methoden.

Klar hält das originale Einwecken mit Bügel und Gummiring Äonen.

Selbst ich habe noch von meiner Großmutter eingewecktes Obst und Suppen im Regal stehen und die schmecken immer noch so gut wie vor 40 Jahren.

Aber um ehrlich zu sein bin ich zu faul, um mir diesen langwierigen Prozess anzutun.

Ich brauche eine schnelle und einfache Lösung, denn sonst würde ich meine Vorratskammer niemals füllen können.

Für mich reicht es, wenn ich die sauberen Gläser, sowie den Deckel mit kochenden Wasser ausspüle, die Speise heiß einfülle und das Glas auf dem Kopf herum abkühlen lasse.

Es funktioniert auch so und die Köstlichkeiten waren meist in einem luftdichten Vakuum.

Stand das Glas nicht unter einem luftdichten Vakuum, welches du an den nach innen gezogenen Deckel erkennst, war der Deckel meist beschädigt oder die Speise nicht heiß genug eingefüllt.

Zu mir meinte mal jemand, dass sich Gläser mit dieser Methode nicht lange halten würden, aber das stimmt nicht.

Ich habe im Regal Gläser stehen, die über 4 Jahre alt sind.

Jedes Jahr sortiere ich die Gläser von neuen aus, denn wir lagern jedes Jahr auch mehr ein, als das Jahr davor.

Man entwickelt sich schließlich weiter.

Natürlich bläht sich ab und an mal ein Glas, das erkennst du an zischende Geräusche, sowie an einem nach außen gewölbten Deckel.

Um so etwas zu vermeiden gibt es ein paar Tricks.

  • Du solltest, wenn möglich Säure, wie Zitronensaft oder Essig dazugeben.
  • Diese natürlichen Konservierungsmittel erschaffen ein unfreundliches Milieu für Bakterien und erhöhen die Erfolgschance.

  • Verzichte wenn möglich auf Milchprodukte in Speisen, die lassen sich nach meinen Erfahrungen nicht lange halten.
  • Süßungsmittel, wie Rohrzucker, Honig, Agavendicksaft oder anderweitiger Sirup behalten süße Dinge im Vakuum.
  • Jedoch musst du jetzt nicht in allen Speisen Zucker zufügen, das ist nicht notwendig.

    Wirklich notwendig ist, dass du dein Einmachgut so heiß, sprich so lange wie möglich erhitzt und es somit auf eine hohe Temperatur bringst.

    Wenn du es dann unverzüglich in Gläser einfüllst, sollte dein Vorhaben gelingen.

    Schnelles Einkochen:

    Gläser reinigen und wenn möglich auskochen. Das Einmachgut sehr heiß einfüllen, Deckel rauf und fest verschließen, auf den Kopf drehen und abkühlen lassen. Ist der Deckel nach innen gewölbt, Glückwunsch! Ist der Deckel nach außen gewölbt, nehme ein anderes Glas und wiederhole den gesamten Vorgang.

    Na gut und was sollte ich jetzt in Gläser einmachen?

    Alles was du regelmäßig und gerne isst.

    Versuche nicht unbedingt experimentierfreudig zu sein, denn schließlich sollte es dich im Winter davon abhalten zum nächsten Supermarkt oder Imbiss zu laufen.

    Du solltest altbekannte und geliebte Rezepte kochen, die du in Gläser abfüllst.

    Bei mir sind das Eintöpfe, Fonds und süß-sauer eingelegtes Gemüse, aber auch Gemüsesauce, Brotaufstriche und Marmelade reizen mich auch mal ein Glas zu öffnen.

    Falls dir die Ideen fehlen, findest du Hier die besten Rezepte rund ums Einlegen, Einkochen und Einmachen.

    Denke immer daran, dass du es so simpel wie möglich halten solltest, damit du es vielseitig verwenden kannst.

    Teil 3 Fermentieren

    Neben den Gläsern ist meine Vorratskammer gefüllt mit großen Steintöpfen, die voll sind mit Sauerkraut oder Kim Chi.

    Kim Chi ist eine meiner absoluten Lieblingsbeilagen, eingelegter scharfer Kohl auf koreanische Art.

    Es gibt tausende verschiedene Rezepte, aber die Hauptbasis besteht meist aus Chinakohl, Rettich, Ingwer und Chili.

    Aber auch andere Gemüsesorten lassen sich schmackhaft fermentieren.

    Fermentierter Kohlrabi, Rotkohl oder Sellerie schmecken mindestens genauso köstlich, wie frisches Sauerkraut.

    Das einzige was du brauchst sind Gemüse, Salz und manchmal rohe Gewalt um das Salz in das Gemüse zu massieren.

    Gewürze peppen alles etwas auf und erfüllen dein Gericht mit Aromen.

    Beim Fermentieren kann man sich austoben.

    Ich bereite am Anfang nur ein kleines Glas zu und experimentiere mit unterschiedlichen Gemüsesorten und Gewürze, so verschwende ich nicht unnötig Lebensmittel, falls das Experiment mal schief läuft.

    Ich empfehle dir, dich langsam ans Fermentieren zu tasten.

    Gerade zu Beginn kann der Geruch von fermentierten Gemüse einen schnell abschrecken.

    Bist du aber mutig und überwindest dich deine Kreation zu kosten, könnte sich eine völlig neue Welt der Geschmäcker für dich eröffnen.

    Pur und unerhitzt gegessen sind fermentierte Gerichte ein wahres Superfood voller Vitamine, Enzyme und guter Bakterien.

    Achtung Explosionsgefahr!

    Beachte bitte, dass beim Fermentieren Gase entstehen.

    Verschließe bitte zu Anfang nicht vollständig das Glas, damit die Gase entweichen können.

    Nach abgeschlossener Fermentation kannst du die Gläser zudrehen und an einen kühlen, dunklen Ort lagern.

    So kann sich ein Glas bis weit über 6 Monate halten und kaum etwas von seiner Frische verlieren.

    In einem Steintopf entfällt die Explosionsgefahr, deshalb bevorzuge ich diese für meine Fermentationen.

    Hier kommst du geradewegs zu meinem Sauerkraut-Rezept, Echtes Sauerkraut herstellen .

    Gewürze, Essig und Öl

    Die gängigste Methode ist Kräuter an einem geschützten Ort und luftigen zum trocknen aufzuhängen.

    Für Tee benutze ich diese Methode gern und trockne Salbei, Minze, Fenchel und Kamille, kopfüber an Balken aufgehängt, in meiner Scheune.

    Wenn sie vollständig getrocknet sind verpacke ich sie in Teedosen.

    Aber auch Lorbeer, Beifuß, Chili und andere Kräuter trockne ich jedes Jahr aufs Neue.

    Oben erwähnte ich schon, dass ich Kräuter am liebsten einfriere.

    Zum Kochen eignen sie sich ideal, aber was ist wenn ich für meinen frisch geernteten Salat Kräuter benötige?

    Getrocknete Kräuter verlieren viel von ihren Aromen, deshalb lege ich Kräuter auch in Öl ein.

    Ein paar Gläser genügen, um mich durch den Winter zu bringen, schließlich sollte man Öl sparsam verwenden.

    Zum Pressen von Öl haben wir eine manuelle Ölpresse, die so alt ist wie die Erfindung des Fahrrads.

    Es benötigt Massen an Samen, um ein paar Tropfen Öl zu gewinnen.

    Du kannst dir sicher vorstellen, dass dabei viel Anbaufläche verloren geht.

    Der Aufwand und die benötigte Fläche für die Öl-Herstellung ist mir persönlich zu aufwendig, deshalb kaufe ich auch mal Öl direkt von der benachbarten Ölmühle.

    Zum Einlegen von Kräutern nehme ich geschmacksneutrales Öl, aus Sonnenblumenkernen oder aus Rapssamen.

    Für ein luxuriöses Essvergnügen, empfehle ich dir Walnussöl.

    Neben dem Öl erhältst du eine gepresste Walnussmasse, die du für Pestos oder süße Rohkostpralinen und Tortenböden verwenden kannst.

    Einen Walnussbaum sollte jeder in seinem Garten zuerst anpflanzen, denn er benötigt 7 Jahre bis er das erste Mal Früchte trägt.

    Wir haben keinen tragenden Walnussbaum, jedoch unsere Nachbarn und diese sind froh, wenn jemand die Nüsse aufsammelt, bevor die Mäuse es tun.

    Apropos Früchte!

    Mein selbstgemachter Essig ist ein Klassiker in unserer Küche.

    Essig kann so vielfältig sein, wie deine Kreativität es dir erlaubt.

    Holunderbeeren- und Blütenessig, Birnenessig mit Rosmarin, Sauerkirschenessig, Feigenessig und Pfirsichessig mit Minze beinhaltet meine Vorratskammer.

    Bei solch einer Auswahl kann kein Salat langweilig schmecken.

    Wie du dir selber eine Essigmutter züchtest und damit den Schlüssel zum Selbermachen jeglicher Essige der Welt besitzt, erfährst du HIER .

    Kohlensäurehaltige- und alkoholische Getränke

    In meiner Vorratskammer und bei einem Hoffest dürfen sie nicht fehlen, die guten selbstgemachten Fruchtweine und fermentierten Erfrischungsgetränke.

    Für alkoholische Getränke benutze ich dasselbe Verfahren, wie bei meinem kohlensäurehaltigen Kurkuma-Drink , der nicht mehr Alkohol beinhaltet als Obstsaft.

    Hierbei tausche ich den Kurkuma beliebig mit dem Saft gepresster Früchte meiner Wahl aus.

    Eine Obstpresse ist ideal, aber auch ein Hochleistungsmixer, bei dem ich die festen Bestandteile mit einem Leinentuch herausfiltere, erfüllt seinen Zweck.

    Saft und Süße, mehr braucht es fast eigentlich nicht.

    Desto mehr Zucker du hinzufügst, umso mehr Alkohol wird dein Wein bekommen.

    In großen Gärballons mit passenden Aufsatz können die entstehenden Gase entweichen und es wird verhindert, dass Sauerstoff den Wein zu Essig vergären lässt.

    Solch selbstgemachte Weine beinhalten durch ihre Fermentation verdauungsfördernde Bakterien und Enzyme.

    Das macht den Genuss von Alkohol einen Hauch gesünder, ähem.

    Mit Hilfe eines Alkoholmessers kannst du den Alkoholgehalt messen und weißt, wann dein Wein bereit für die Verköstigung ist.

    Im Handel gibt es zwar spezielle Hefekulturen, Nährsalze und Milchsäuren für die Herstellung von Wein, jedoch habe ich persönlich noch nie Erfolge mit diesen Zusätzen erzielt.

    Am liebsten stelle ich meinen Wein ganz natürlich her, aus Früchte, Honig oder Rohrzucker.

    Mehr braucht es für mich und meine Gäste nicht.

    Zuckerersatz selber herstellen

    Was wäre das für ein Leben als Selbstversorger, wenn du immer noch auf Zucker angewiesen wärst und dafür in den Supermarkt rennen müsstest?!

    Weißer Zucker ist durch seine hochkonzentrierte Form auch alles andere als gesund und findet bei uns zu Hause keinen Platz.

    Warum auch kaufen, wenn man sich die Süße aus Früchten zu Eigen machen kann?!

    Wir besitzen mehrere große Apfelbäume, aus ihnen koche ich nicht nur Apfelmus, sondern auch das weniger bekannte Apfelkraut ein.

    Da wir im Jahr mehrere hundert Kilos an Äpfeln haben, koche ich diese mit einem Weck-Automaten aus der Zeit meiner Großmutter ein.

    Der Weckautomat lässt mich nicht nur Gläser einwecken, sondern ermöglicht es mir auch Apfelmus, Apfelkraut und Apfelsaft herzustellen, ohne dass ich die Äpfel vorher schälen muss.

    Das spart mir viel Zeit.

    Ich packe die geviertelten Äpfel nur in das Sieb und fülle den Topf mit etwas Wasser.Durch den Wasserdampf verkochen die Äpfel und ich kann sie mit einem Kartoffelstampfer durch das Sieb pressen.

    Die Apfelschale wird vollständig vom Sieb aufgefangen.

    Den entstandenen Apfel-Sud reduziere ich bis er eine feste, klebrige Konsistenz bekommt.

    Auch den Rote Beete Sirup stelle ich so her.

    In meinem Bauerngarten baue ich Rote Beete in großen Mengen an, die ich genau wie das Apfelkraut einkoche und den Sud zu Sirup reduziere.

    Er schmeckt zuckersüß und lässt sich etwas mit Zuckerrüben Sirup vergleichen.

    Zum Brotbacken ist er der geschmackliche Wahnsinn, aber auch zum süßen von selbstgeernteten Amaranth-Müsli in Ziegen-Joghurt, erfüllt er das süße Verlangen.

    Für einen guten Rote Beete Sirup Vorrat braucht es schon ein paar Quadratmeter.

    Ich habe dieses Jahr hierfür komplette 30 Quadratmeter vollgepflanzt.

    Ob der reichen wird, wird sich im Laufe des Jahres zeigen.

    Wenn nicht, dann steht uns noch das Apfelkraut als Backup zur Verfügung.

    Neben diesen süßen Varianten, spielen in Zukunft auch unsere Honigbienen eine entscheidende Rolle für unsere Versorgung an zuckerhaltigen Stoffen.

    Wie hoch diese Versorgung sein wird, kann ich noch nicht genau abschätzen.

    Für den Herbst nahmen wir uns eine Wabe, der Rest gehört den Bienen.

    Auf der einen Seite fühle ich mich leicht wie ein Dieb und dann frage ich mich, ob es nicht eine symbiotische Beziehung zwischen Mensch und Biene geben kann?

    Ich erhöhe das Blütenspektrum im gesamten Garten und somit in der Nähe der Beute, dadurch halte ich die Arbeitswege der Bienen gering.

    Im Gegenzug nehme ich mir einen minimalen Anteil der gesammelten Beute, falls das keinen Schaden anrichten würde.

    Imkern ist sehr komplex, weil auch Bienen wahnsinnig komplex sind.

    Ich empfehle jeden sich dieser Aufgabe zu stellen, nicht nur weil es so faszinierend ist, dieses Massenbewusstsein bei der Arbeit zu zusehen, sondern weil ich nicht in Worte zu fassen vermöge, wie produktiver dein gesamter Garten dadurch wird.

    Honig aus dem Supermarkt ist meist immer gemischter Honig verschiedener Bienenvölker.

    Demnach auch verschiedener Standorte und daraus folgend verschiedener Pflanzen.

    Es ist ein großer Mischmasch ohne viel Charakter, aber der Honig eines einzelnen Volkes, einer einzelnen Region ist unglaublich charakterstark.

    Er schmeckt je nach Saison und Blütezeit unterschiedlich.

    Unser diesjährige Honig kam aus der Zeit der Kürbis-und Zucchiniblüten.

    Er ist malzig-cremig und erinnert an die Schwere vom Hokkaido, die Würze vom Muskat-Kürbis und die leicht flüssige Konsistenz von Zucchini.

    Es wird mir schwer fallen, jemals einen anderen Honig in meinem Tee zu dulden.

    Getreide und Müsli

    Ich sag es gleich vorweg, den Großteil unseres Mehls kaufen wir als Getreide beim Bauern unseres Vertrauens.

    Wer schon mal Getreide gedrescht hat, weiß wie mühselig und zeitraubend das Ganze ist.

    Trotzdem bauen wir auch ab und zu ein paar Getreidearten wie Gerste, Roggen und Einkorn an.

    Wenn ich Mehl brauche nehme ich mir eine Mischung von meinem gewünschten Getreide und zermahle sie in unserem Trockenmixer.

    Das Getreide wird immer zu einem kräftigen Vollkornmehl.

    Für Brot, Nudeln und zum panieren ideal.

    Aber auch Kuchen lassen sich gut daraus backen.

    Für feines Mehl, wie aus dem Supermarkt, benötigt man schon eine hochwertige Mühle.

    Schmeckt selbstgemahlenes Mehl anders, als gekauftes?

    Ehrlich gesagt, nicht wirklich.

    Die Struktur ist aber eine andere.

    Viel körniger und sättigende.

    Getreide lagern wir in große Reissäcke, die wir durch unseren Reiskonsum (erwähnte ich, das mein Mann halb asiatisch ist?) immer vorrätig haben.

    Auch Pseudogetreide fand schon Platz in unseren Beeten.

    Amaranth ist nicht nur wunderschön, sondern auch äußerst produktiv.

    Du kannst die Körner frisch puffen.

    Dafür brauchst du sie nur in eine vorgeheizte Pfanne zu geben, den Deckel rauf zu machen und sie vom Herd zu nehmen, dann fangen sie schon an aufzuspringen.

    Der Duft ist göttlich und der gepuffte Amaranth bereichert jedes Müsli.

    Aber auch die Samen vom weißen Gänsefuß sind klasse für ein selbst angebautes Müsli.

    Buchweizen, Quinoa und Hafer stehen in der nächsten Saison in meinem Fokus.

    Gelagert an einem kühlen, trockenen Ort in einem verschlossenen Sack halten Getreide und andere Körner eine Ewigkeit.

    Das war jetzt eine Fülle an Informationen, trotzdem habe ich noch ein paar Tipps für dich.

    Gerade die Vorratskammer sollte einfach und übersichtlich eingerichtet sein, damit deine Familie nicht gleich zum nächsten Supermarkt läuft, da sie das Apfelmus nicht finden konnte.

    Stelle nicht alles durcheinander und beschrifte jedes Glas mit dem Inhalt und dem Datum des Einfüllens.

    Wer nach seinem Essen suchen muss, wird faul und gerät schnell in sein altes Einkaufs-Muster zurück.

    Ich beschrifte meine Regale, wie im Supermarkt.

    Suppen kommen zu Suppen und Eingelegte Gurken zu Eingelegtes Gemüse.

    Simpel, aber notwendig, damit jeder das findet was er sucht.

    Dasselbe Prinzip verwende ich auch in meinen Tiefkühltruhen.

    Ich separiere einzelne Bereiche mittels einer Pappe bei meinem großen Tiefkühler, so geht in den eiskalten Tiefen nichts verloren.

    Für besondere Fälle erinnere ich mich auch mit Hilfe einer Inhaltsangabe, die bei der Tiefkühltruhe liegt.

    Ich schaffe es nicht immer jedes Päckchen nach Anzahl aufzuschreiben, aber besondere Tiefkühlkost vermerke ich mir doch schon mal zur Erinnerung.

    Deine Vorratskammer übersichtlich zu gestalten macht das Selbstversorger-Leben leichter.

    Damit das Konservieren auch schnell geht habe ich immer saubere Gläser, leere Eierschachteln und wiederverwendbare Gefrierbeutel griffbereit stehen.

    Platziere Dinge, die du öfters gebrauchst in deiner Nähe oder nahe bei deiner Vorratskammertür.

    Versuche auch deine Vorratskammer nicht allzu voll zu stellen, das macht sie unübersichtlich.

    So findet sich auch deine gesamte Familie zurecht und nicht nur du allein.

    Ja, ich weiß.

    Einfach ist anders und jede Vorratskammer oder Küchenabteil oder was du sonst zur Aufbewahrung deines Ernteguts benutzt, ist verschieden.

    Ich kann dir leider nur eine grobe Richtung vermitteln, wie die Dinge im Endeffekt laufen musst du selber erfahren und bei Bedarf neu ordnen.


    Hast du noch Tipps, wie man sich die die Arbeit bei der Ernte erleichtern kann? Teile deine Erfahrungen und Fragen in den Kommentaren!


    Fotos Copyright Biotopica Farm © 2017

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