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Mit großen Schritten nähert sich der Herbst und somit auch der bevorstehende Winter. Ich bin wie gelähmt, wenn ich an die ganzen Vorbereitungen denke, die es zu machen gilt bevor der erste Frost einsetzt.

Da müssen noch Unmengen von Blumenzwiebeln ausgegraben und im Keller gelagert werden, frostempfindliche Pflanzen, die ich den Sommer über ausgepflanzt habe, müssen ins Haus geholt werden und in das Gewächshaus sollten doch auch noch ein paar Kräuter, Salate und Gemüsepflanzen einziehen, damit ich im Winter eine frische Ernte auf dem Tisch habe.

Daran denke ich, während ich den Ziegenstall ausmiste und den Mist als Isolierung unter den Walnussbaum ausbringe. Ich mulche vor dem ersten Frost alle Obstbäume, das gibt ihnen Wärme und Nährstoffe den Winter über.

Da auf unseren Hof genügend Mist anfällt verwende ich diesen auch gleich für die Beete. So kann sich der Mist setzen und die Nährstoffe in den Boden einziehen. Die Beete sind somit optimal für das Frühjahr vorbereitet.

Der Herbst ist voller Vorbereitungen und ich versuche mich nicht im Stress zu verlieren. Die frische Morgenluft hilft dabei einen klaren Kopf zu bewahren.

Noch schnell die unzähligen grünen Tomaten ernten und im warmen zum Nachreifen lagern, die vergessenen Zucchini im Beet, die nun schon fast 2 Kg wiegen, mit nach drinnen nehmen und mit den frisch geernteten Äpfeln einen Saft daraus pressen. Zucchini-Apfelsaft ist mein neuer Liebling dieser Saison und dank meinem Mann, der mich zu meinem Geburtstag mit einem Slow Juicer Entsafter überrascht hat, weiß ich nun endlich wohin mit all den Zucchini. Er entsaftet sogar Gräser, Brennnesseln und Wildkräuter, die ich auch gerne zum entsaften ernte.

Der ausgemistete Ziegenstall wird mit frischen Stroh isoliert, damit die Tiere es warm haben. Leider haben wir noch nicht genügend Eichenlaub, denn das eignet sich besonders gut für den Hühnerstall. So bleibt es länger frisch und die Hühner lieben es nach Insekten zwischen dem Laub zu suchen, was den Stall zusätzlich belüftet, da der Hühnerkot nach unten gewendet wird.

Mit einem kleinen Schreck fällt mir ein, dass ich noch ein paar Knoblauchzehen aus dem Boden graben wollte, da unser Küchenvorrat sich dem Ende neigt. Der Rest bleibt in der Erde und darf nächstes Jahr von selber sprießen. Permakultur-Knoblauch.

Morgen fahren mein Mann und ich wieder in den Wald um Holz für das nächste Jahr zu sägen und trocknen zu lassen. Danach spürt man, was man am Tag gemacht hat, aber das erspart das Fitnessstudio. Momentan kaufen wir auch Holz dazu, denn unsere Zeit rennt uns mit anderen Arbeiten davon.

Schnell noch Holz hacken und den Ofen anheizen, denn die Temperaturen sinken bei uns schon auf 5° in der Nacht. Beim kochen vom Abendessen denke ich an die Blumenzwiebeln, die ich morgen endlich aus der Erde holen möchte und mir fällt ein, dass ich noch ein paar Kräuter zum trocknen auf den Dachboden hängen wollte.

So ergeht es mir fast täglich und jeden Abend fallen mir neue Aufgaben ein, die ich vor dem ersten Frost erledigen möchte. Ein Leben mit dem Ziel zur Selbstversorgung ist vielleicht mühevoll und manchmal auch stressig, aber sobald du die Ernte deiner Arbeit auf dem Tisch hast oder glückliche und satte Tiere im Stall vorfindest, war es die Mühe wert und ein Gefühl von Vollkommenheit setzt ein. So, als ob dir das was du gegeben hast wiedergegeben wird.