Im Herbst war ich zu Honig und zur Met-Verkostung bei einem guten Freund eingeladen.
Die Verköstigung fand in seinem Schrebergarten statt, der vor Bienen nur so summte.

Pete produziert seinen Met, einen erstklassigen Honigwein, vom Honig seiner eigenen Bienenvölker. Er erschafft daraus Kreationen mit Birne, Apfel oder schwarze Johannisbeere und verschmelzt sie mit dem Honig zu einem alkoholhaltigen Getränk, den selbst die Wikinger mit Freuden angenommen hätten.

Ich kenne Pete schon länger, denn von ihm haben wir unsere ersten Bienenkisten erhalten.

Ich bin keinesfalls versiert im Imkern, so ist Pete bei Fragen und Problemen mit unseren Bienchen immer die erste Anlaufstelle.

Daher war es klar, dass ich zu einem Besuch mit Honig, Met und einen köstlichen Apfelkuchen, der nur mit Honig gesüßt wurde, nicht Nein sagen konnte und fuhr nach Wittenberge.
Beim Kaffeekränzchen erzählte mir dann der liebe Pete, wie es um sein Startup, die Honigwerkstatt Elbtalaue, steht. Daran möchte ich euch heute gerne Teil haben lassen.
Pete:
Met braue ich jetzt schon seit, grob geschätzt, 10 Jahren, natürlich nur im privaten Umfeld, damals habe ich noch keine eigenen Bienen gehalten.

Die ersten Versuche waren auch mehr schlecht als recht, aber natürlich wurde ich mit der Zeit besser darin.

Ich entwickelte meine eigenen Rezepte und durch mein Studium in der Prähistorischen Archäologie suchte ich nach historischen Quellen und habe tatsächlich auch ein Rezept aus dem 12. Jahrhundert gefunden.

Ich habe das genutzt, um meine Rezeptur zu verbessern. Mittlerweile würde ich behaupten, recht versiert in der Met- Herstellung zu sein.

Der Wein, der entstand hat auch eine Menge positiven Feedback erzeugt und ich wurde gefragt, warum ich das nicht beruflich nachgehe.

Da ich zu diesem Zeitpunkt schon so große Mengen an Met produziert habe, dass Honig kaufen langsam richtig teuer wurde, bin ich Bienenhüter geworden.

Nun aber zur Gründung meines Unternehmen:

Wie viele wusste ich nicht wo ich anfangen sollte und habe anfangs im Internet gewühlt. Man findet dort allerhand, aber so etwas wie ein Leitfaden mit Erfolgsgarantie gibt es dort natürlich nicht.

Ich habe dann den Kontakt zum Gründerlotsendienst in meinem Landkreis hergestellt.

Dieser hilft dir, wie der Name sagt, bei der Gründung. Ich wurde dort entsprechend beraten und habe mich für ein sogenanntes Developement Center (kurz DC) eingetragen.

Das ist eine Art Kurs, der eine Woche lang geht.
In diesen 5 Tagen wird mit dir zusammen deine Idee entwickelt und geprüft, ob und in wie weit man wirklich damit erfolgreich sein kann.
Man bekommt dort auch Unterricht, in dem man noch einmal die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Unternehmensformen aufführt.
Hat man diesen Kurs bestanden, also am Ende der Woche seine Idee so weit entwickelt, dass sie Erfolg verspricht, dann erhält man Förderungen aus einem EU Fond.
Leider nur knapp etwas über 1000 €, was noch zu wenig für das Vorhaben einer Met-Manufaktur ist. Natürlich bekommt man das Geld nicht einfach so geschenkt.
Damit werden die Leute vergütet, mit denen du deine Idee im Anschluss weiterentwickelst.
Dazu gehört zum Beispiel die Erstellung des Logos von einer Werbeagentur oder die Gründerlotsin die dann weiterhilft um Businesspläne zu entwickeln. Der Gründungscoach an meiner Seite hilft mir dann die Gründung selbst zu vollführen bzw. durch das Antragsprozedere für Kredite zu blicken. Auch vermittelt der Coach dich zu anderen Förderprogrammen, sofern welche vorhanden sind.

Es bietet sich an, etwas Geld auf der Hand zu haben, denn je nach gewählter Unternehmensform kommen nämlich Kosten auf einen zu.
Eine GmbH beispielsweise benötigt 50000 € Startkapital (fällt für mich also auch raus).

Wer sich da mehr interessiert, kann sich natürlich die Unternehmensformen selber aus dem Internet ziehen und entsprechend entscheiden.

Der Einzelunternehmer ist für mich wohl besser geeignet, denn das ist am einfachsten. Ich geh zum Gewerbeamt und melde das einfach an. Kostet nicht mal viel, im Schnitt 30 Euro. Jedoch hafte ich somit privat.

Da ich mit Lebensmitteln handeln möchte fangen jetzt die Schwierigkeiten erst an, denn es gibt eine ganze Menge an Regeln zu beachten. Hier ist es am einfachsten sich mit der Lebensmittelaufsicht seines Landkreises zu verbinden, die sagen dir auf was man achten sollte, z.B.: geflieste Produktionsräume, Hygienezeugnis, Personaltoiletten etc.

Hier bin ich einen kleinen Umweg gegangen und konnte mich mit der Elbland Mosterei zusammenschließen.

Die hat bereits alle Auflagen erfüllt und ich musste mir die Räume nur entsprechend anmieten. So habe ich gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Natürlich wären eigene Produktionsräume schöner gewesen, denn die Miete kommt ja auf die monatlichen Nebenkosten (Strom, Wasser, GEZ, usw.) und auf die Produktionskosten mit dazu, aber dafür spart man sich Zeit und einen zu hohen Kredit.

Als Unternehmer stehst du unter hohen Druck, das sollte dir bewusst sein: Hohe Nebenkosten, aber erstmal noch keine Einkünfte.

Die Produktion von einem vernünftigen Wein dauert mehrere Monate und ohne Einkünfte bin ich schnell erledigt.

Daher ist es wichtig seine Produktpalette stetig zu erweitern. Außerdem ist es eine echte Weingärung, von daher war es naheliegend, dass ich auch andere Dinge aus Honig fertigen muss, um mein Unternehmen laufen zu lassen. Dazu gehören Bonbons, Gummibärchen, Wachskerzen, Kosmetika usw.

Leider kann ich meinen Honigverbrauch zur Herstellung von Met kaum noch selber decken und von daher beziehe ich nun auch Honig von anderen Imkern. Honig ist nun mal kein billiger Werkstoff, denn ich setze auf Qualität.

Nun sitze ich also da, will gründen, hab aber keine Kohle. Ich kenne niemanden der mir aus Vertrauen und Wohlwollen was zukommen lassen würde, noch besitze ich ein entsprechendes Einkommen. Also dreht es sich wieder um eine Kreditvergabe.

Es gibt diverse Kreditmöglichkeiten die man nutzen kann. Hierzu z.B:. gehört der Mikrokredit der ILB (Investitionsbank Land Brandenburg) mit 25000 Euro, welcher Tatsächlich nur für Gründer vorgesehen ist.

Aber es gibt auch andere Möglichkeiten (Kfw, und manchmal auch eine der üblichen Banken). Die Anträge, die man stellen muss sind recht umfangreich, die Banken wollen sich natürlich absichern. Hinzukommt ein Finanzplan, den man selbst erstellen muss.

Man muss diesen für die kommenden 3 Jahre erstellen und erfassen, was man für Ausgaben und Einkünfte erwartet, damit die Bank auch sieht, dass man Zahlungsfähig sein kann.

Auch wollen sie wissen, wo die Betriebsräume sind, was natürlich auch so etwas wie einen Mietvertrag voraussetzt. Das kann zu einem Problem werden, wenn man noch keine Konkreten Schritte gegangen ist.

Eine Kreditanfrage kann mehrere Monate, bis hin zu einem Jahr dauern, so lange bin ich auf die Hilfe meines Crowdfunding Projektes angewiesen, schließlich weiß man nie ob der Kredit genehmigt wird und wie ich schon erwähnte braucht ein guter Wein Zeit zum Reifen.

Petes Unternehmen macht sich als die Honigwerkstatt Elbtalaue einen guten Ruf in unserem Bekanntenkreis und setzt sich gegen das Aussterben der Bienen ein. Pete ist mit Leib und Seele Imker, falls ihr Fragen zur Bienenhaltung habt könnt ihr ihn gerne schreiben.

Vergesst bitte nicht ihm beim Crouwdfunding Portal Leetchi mit seinem Unternehmen zu unterstützen, bei Beträgen über 30 Euro gibt es auf Wunsch sogar eine Flasche Met zu euch nach Hause geliefert.

Auch ist der Saft der Elbland Mosterei Hier erhältlich. Er besteht zu 100% aus historischen Apfelsorten von Streuobstwiesen.
Lokale Imker zu unterstützen ist maßgeblich um den Bienensterben entgegen zu wirken, denn ohne Bienen geht auch ein Meister-Gärtner fruchtlos aus.

Fotos Copyright © Biotopica Farm 2019

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